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Das Grundrenten-Schreckgespenst ist frei

Hoffentlich orientieren Sie sich nicht am Bild, wegen der neuen Grundrente. Der Schreck kommt erst mit den ersten Rentenbescheiden ab Juli 2022.

75€ mehr soll es im Durchschnitt geben.

Die ersten Bescheide zur Grundrente werden, jetzt 2022, ab Juli versandt. Sie tritt deswegen später in Kraft, weil sie schneller eingeführt wurde als man hinterher kam.
Aber bitte bitte verlassen Sie sich jetzt nicht auf die Grundrente alleine, denn so heißt es aus dem Bundesministerium für Arbeit unter Hubertus Heil (SPD):
"... Werden Rentner durchschnittlich 75€ mehr Rente erhalten..."


Zur Erklärung warum:
Es ist so, dass nur die Rentenpunkte der ersten 35 Berufsjahre verdoppelt werden, maximal bis 0,8EP, was 957,32€ für 35 Jahre garantiert.
Da der Rentenwert (aktuell 34,19€) jährlich steigt, steigt so auch parallel die Grundrente, weshalb sie aber leider im Osten noch geringer ausfällt bis ca. 2025.
Achtung: Dies bedeutet für einige Rentner mehr Geld, indem die Grundrente automatisch überwiesen wird.
Leistungen vom Amt für Rentner müssen aber dennoch weiterhin beantragt werden mit einer Bedürftigkeitsprüfung, wenn Sie mehr Geld für Miete und Essen benötigen.


Achtung - Steuerpflicht droht mit einer Grundrente
Wer also nicht mehr als 35 Rentenjahre nachweisen kann, dem wird eine Steuerpflicht erspart bleiben. Die letzten Jahre Ihrer Berufszeit, 36-45 Jahre, bleiben dabei aber auch erhalten. Da die Grundrente nur für Rentenbezüge unterhalb 1.250€ mtl. zugestanden wird, kommen mathematisch maximal rund 250€ Rente zur Grundrente hinzu. Womit man gesamt bei einer Jahresrente von 14.484€ läge. Das führt deswegen aber noch nicht zu einer Steuerpflicht, da Sie nicht alles versteuern müssen (in 2022 nur 82%) und es zusätzlich Freibeträge gibt. Obwohl Sie damit schon sehr gefährlich nah an 9.984€ (Steuer-Grundfreibetrag/Existenzminimum) sind.
Besitzen Sie zu diesem Zeitpunkt aber auch noch eine Riester Rente oder betriebliche Altersvorsorge, die beide mit versteuert werden, sollten Sie dringend eine Steuererklärung abgeben, weil sie in die Steuerpflicht rutschen können, sonst begehen Sie Steuerhinterziehung was eine Straftat darstellt, obwohl die Grundsicherung im Alter ohne Grundrente steuerfrei wäre.
Nur Sie können nicht mehr frei wählen zwischen Grundrenten oder Grundsicherung im Alter und werden so in eine Steuerpflicht regelrecht gezwungen.
Wenn nicht jetzt weil aktuell nur 82% der Rente zu versteuern sind dann NEU-Rentner, welche mit Rentenbeginn mit einem immer höheren Anteil, jährlich +1% bis 2040, die Rente versteuern müssen.

 

Achtung: Dies gilt auch bei der Grundsicherung im Alter!
Seit 2017 gilt das sogenannte Betriebsrentenstärkungsgesetz. Seitdem erhalten Empfänger von der Grundsicherung im Alter einen Freibetrag für Ihre Altersvorsorge, die mit einem gewissen Anteil nicht mehr mit der Alterssicherung vom Amt verrechnet wird. Das bedeutet, wenn Sie zu der Grundrente also weitere Hilfen beantragen müssen, wird ein Teil der Altersvorsorge übrig bleiben und der Grundsicherung und somit der Steuer hinzugerechnet. Dieser Punkt macht das ganz zu einem unsozialen Schreckgespenst für mich als Berater, da dies eine besonders komplexe und systemübergreifende Finte der Regierung ist.