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Zu wenig Geld bei BU und nu?

Eine Berufsunfähigkeit dient dem Erhalt von Einkommen bei einer dauerhaften Krankheit.

 

Aber was ist, wenn Sie nur bis zu einem Alter von 55 oder 60 Jahren versichert sind?


Für viele Arbeitnehmer und auch Selbstständige ist ein plötzlicher und meist völlig unerwarteter Verlust des Einkommens mit erheblichen finanzielle Problemen verbunden. Solange nur ein kurzfristiger Arbeitsausfall vorliegt, stellt dies in den vielen Fällen noch kein gravierendes Problem dar.  Sollte man aber auf Dauer seine Arbeitskraft verlieren, z.B. wegen körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen, sind die Probleme ohne weitere finanzielle Hilfen meist nicht mehr  zu überwinden.

Miete, Strom, Kredite, Immobilienfinanzierungen, Schulgebühren und Lebenshaltungskosten müssen dennoch irgendwie weiter bezahlt werden können, wenn man nur noch ca. 30% seines Einkommens von der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente erhält. 

Viele Menschen haben also die Notwendigkeit von zusätzlichem finanziellen Schutz vor einer Berufsunfähigkeit erkannt und eine Versicherung abgeschlossen.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung - BU

Die BU-Versicherung ist aber nicht gerade günstig. Und so haben sich viele Versicherten Damals dazu entschlossen, einen geringeren Schutz abzuschießen, als es die eigentliche Versorgungslücke aufwies.


Die Höhe der mtl. Beiträge bei dem Abschluss einer BU richten sich nach Ihrem Alter, der Laufzeit und der Höhe der BU-Rente. Je länger Sie versichert sein wollen, desto teurer wird das Produkt. Das ist auch irgendwie logisch, da Sie für eine Versicherungsgesellschaft mit steigendem Alter ein höheres Krankheitsrisiko und damit Leistungsrisiko darstellen. Ergo müssen Sie für eine längere Versicherungsdauer bis 65 -67 Jahre einen sehr viel höheren Beitrag bezahlen, als für eine Dauer bis z.B. nur 55 Jahre.

 

Immer ausreichend Versichert?

Das eine Berufsunfähigkeit im Alter sehr viel teurer ist als in jungen Jahren spricht sich herum. Auch wissen die meisten, dass bei diesen Verträgen nach einem gesundheitlichen Zustand bei Abschluss der Versicherung gefragt wird. So schließen viele Arbeitnehmer diese Art der Versicherung mittlerweile frühzeitig ab, damit sie bezahlbar bleibt und versichern sich auch bis zum Rentenbeginn mit 67 Jahren.

Üblicher Weise steig im Laufe Ihres Berufslebens auch Ihr Einkommen, vereinbaren aber oftmals keine jährliche automatische Erhöhung des Beitrages. Und so kann es vorkommen, dass Sie 10 bis 15 Jahre später zwar einen Versicherungsschutz besitzen, dieser aber nicht mehr Ihre Lebenshaltungskosten deckt die mittlerweile mit Ihrem Einkommen angestiegen sind.

Was also tun, wenn Sie Ihren Versicherungsschutz erhöhen möchten, geht das überhaupt ?

Ja, das geht bei den allermeisten Verträgen.

 

1. Vertrag erhöhen mit erneuter Gesundheitsprüfung:
Sie könne jederzeit die Versicherungssumme in diesen Verträgen anpassen. Allerdings werden Sie dann zum Zeitpunkt der Erhöhung erneut nach Ihrem Gesundheitszustand befragt, was auch zu einer Ablehnung der Erhöhung kommen kann, falls Sie zwischenzeitlich erkrankt waren oder es noch sind.

2. Vertrag erhöhen ohne eine Gesundheitsprüfung:
Viele Verträge bieten eine sogenannte Nachversicherungsgarantie an, welche schon bei Abschluss der Versicherung mit vereinbart wurde. Dies bedeutet, sie können die Versicherungssumme bei bestimmten Lebensereignissen erhöhen wie z. B. bei einer Heirat, Anschaffung einer eigenen Immobilie, Lohnerhöhungen und viele Punkte mehr. Sie werden dann nicht mehr erneut nach Ihrem Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Erhöhung gefragt.
Hinweis: Hier sollten Sie aber Ihren Berater bzw. Vertreter konsultieren.

Unbedachtheit beim Vertragsabschluss

An dieser Stelle frage ich Sie einmal:

Wie teuer es für Sie wäre, wenn infolge von Krankheit das gesamte Einkommen verloren gehen würde?

Denn, es haben viele wegen zu hohen Beiträge nur eine Versicherungsdauer bis zu einem Endalter von 55 oder 60 gewählt, obwohl man erst mit 67 die Regelaltersrente erhält.


Anders als bei der Leistungshöhe der BU-Rentenleistung, die Sie also jederzeit bei diesen Produkten erhöhen können, ist diese versicherte Dauer nicht mehr veränderbar. Womit es zu einer nicht versicherten Zeit ohne zusätzlichen Versicherungsschutz kommen kann. Bitte bedenken Sie, dass Sie deswegen alles wie z.B. die Immobilie wieder verlieren können.

Wenn Sie diesen Schutz erweitern möchten, so das Sie bis 67 Jahre versichert sind, müssten Sie also ein zweites und neues Produkt abschließen. Diese zweite Berufsunfähigkeitsversicherung wird dann aber wegen einem höheren und somit teureren Eintrittsalter auch teurer sein. Ganz abgesehen davon, ob Sie überhaupt einen weiteren Versicherungsschutz bei dem aktuellen Gesundheitszustand bekommen würden. Und auch die zusätzlichen Kosten eines zweiten Vertrages können so hoch sein, dass Sie das erste Produkt eventuell kündigen müssten.

 

Und hier tritt seit 2019 eine neue Produktart auf dem Markt!

Eine Art Differenzdeckung für Ihren, bisher zu geringen Schutz bei Berufsunfähigkeit

 

 

Man kann es auch eine Art Anwartschaft nennen, wie Sie es bereits aus der Krankenversicherung kennen.

 


Man bezahlt einen zusätzlichen zweiten Vertrag, der vorerst keinen Versicherungsschutz bietet aber dafür dafür viel günstiger ist. Dieser zweite Vertrag leistet also nicht in Ihrer bereits versicherten Zeit. Erst wenn der alte Vertag endet tritt der neue Versicherungsschutz bis z.B. vom 60. bis zum 67. Lebensjahr in Kraft und endet dann ebenfalls mit Ihrem Eintritt in die Rente.

 

In meinen Augen ist dies eine sinnvolle und sehr moderne Versicherungslösung. Denn für die längeren Arbeitszeiten können Sie nichts, sondern es sind schlicht weg politische Entscheidungen das Renteneintrittsalter zu verschieben. Da Sie aber nicht jede politische Entscheidung bei einem Versicherungsabschluss vorhersehen können, sind solche Zusatzprodukte innovative und kostengünstige Lösungen nötig.

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