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Staatliche Förderungen vs. Steuern Alter-was schadet mehr?

Eine Rentenversicherung ist schnell abgeschlossen. Meist stehen aber oftmals nur die staatliche Förderungen Vordergrund. Was ist aber, wenn Sie im Alter deswegen plötzlich mehr Steuern bezahlen müssen als erwartet?

 

Hinweis: Das Rentensystem zu erkläre ist sehr umfangreich, was der Artiekl deshalb auch ist.


Das umlagefinanzierte Rentensystem wird weltweit von vielen beneidet. Und doch weist es in den letzten Jahrzehnten immer mehr Schwächen auf. Damals als stabil geltend, ist die Rentenhöhe heutzutage für Rentner alles andere als sicher. Jeder Bürger, der sich einen Anspruch auf Rentenleistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung erworben hat, wird aber auch in Zukunft weiterhin eine Altersrente erhalten.


Soviel ist sicher - Die Rentenhöhe ist es nicht mehr!

Zwar ist das Rentensystem tatsächlich sicher, die monatliche Höhe dieser gesetzlichen Rente im Alter aber schon lange nicht mehr. So gehen Forscher ab dem Jahr 2025 davon aus, dass man eine Altersrente im Verhältnis zum durchschnittlichen Arbeitslohn in Höhe von 48% oder noch weniger erhalten wird. 2040 kann es sogar sein, dass Rentner nur noch rund 42% Rentenniveau erhalten werden. Nach 2040 liegen bisher sogar noch überhaupt keine Pläne vor, wie das Rentensystem danach aussehen wird. Was also danach aus dem Rentensystem wird oder wie sich die Höhe der Rente entwickeln wird, ist also völlig ungewiss und steht noch in den Sternen.

Was dabei nicht betrachtet oder auch gerne mal verschwiegen wird, ist die spätere Versteuerung von Renten, welche durch das Alterseinkünftegesetz 2005 eingeführt wurde.

Seit 2005 müssen künftige Rentner also nicht nur Krankenversicherungsbeiträge und Lebenshaltungskosten wie Essen, Miete Kleidung & Urlaube von der eigenen Rente bezahlen, sondern auch noch Steuern oben drauf. Ständige Rentenreformen helfen nachweislich nicht gegen diese schleichende Altersarmut, sondern nur dem Versuch das Rentensystem Stabilität zu verleihen, um es irgendwie zu erhalten.


Was also bleibt anderes, als selber für seine Zukunft vorzusorgen, wenn man es denn überaupt finanzierne kann?

Es wurde erkannt, dass die die gesetzliche Rentenversicherung diese Aufgabe nicht nicht alleine bewältigen kann, weshalb der Staat den Arbeitnehmern schon während des Erwerbslebens finanziell unter die Arme greift. Hier bieten sich mittlerweile die verschiedensten Modelle und Produkte an, die aber kaum noch einer versteht. Während es damals nur die kapitalbildende Lebensversicherung mit sehr guten Zinsen gab (seit 2017 leider nur noch 0,9%), gibt es heutzutage eine Vielzahl von Förder-&privaten Rentenprodukten, wodurch die Bürger dann aber meist sehr hohe Beiträge zur Altersvorsorge aufgewendet müssen.

Beginnen wir in der 1. Schicht, der sogenannten Basisversorgung:

Die private Rürup-Rente
In dieser Schicht gibt es eine sogenannte private Basisrente auch Rüruprente genannt. Die Höhe der Versteuerung der späteren Rentenleistung steigt mit jedem Jahr, an welches man später in Rente geht. Ab 2040 werden dann alle Renten aus dieser Schicht zu 100% versteuert. Dieser Anteil der Rente, der versteuert werden muss, bleibt ab dem Jahr des Renteneintritts dann immer gleich und steigt nicht mehr an. Gehen Sie also beispielsweise 2020 in Altersrente, müssen Sie nur 80% (dieser Anteil bleibt bis zu Ihrem Tod gleich) der Renten aus dieser Basisschicht versteuern. Weniger, als wenn Sie in 2040 in Renten gehen würden und dann 100% der Renten versteuern müssten.

Alle Beiträge (Beiträge zur GRV & zur privaten Basisrente) aus dieser 1. Schicht dürfen während des Erwerbslebens jedes Jahr von der Steuer abgesetzt werden. In 2017 sind das ganze 22.300€ die abgesetzt werden dürfen.

 

Gefolgt von der 2. Schicht, den staatlichen Förderversicherungen:

 

Die betriebliche Altersvorsorge:
Alle alten Betriebsrenten die vor 2005 abgeschlossen wurden sind steuerfrei.

Die neuere betriebliche Altersvorsorge ab 2005 erhält staatliche Förderungen in Form einer sogenannten Entgeltumwandlung. Dabei bezahlt der Arbeitnehmer weniger von seinem Nettoeinkommen als Ihm von seinem Bruttoeinkommen eigentlich abgezogen wird, weil er darduch weniger Steuern und Sozialversicherungsbeiträge bezahlen muss.

Seit 2019 gilt dazu noch ein zusätzlich verpflichtender Anteil Ihres Arbeitgebers in Höhe von 15% des Beitrages, weil auch er an Sozialversicherungsbeiträgen des Arbeitnehmers einspart, diese aber laut der Politik nicht mehr behalten darf.

 

Die bAV wird wie die Riester Rente zu 100% im Alter versteuert. Dazu kommt allerdings noch die Tatsache, dass zusätzlich Krankenversicherungsbeiträge auf die Rentenleistung entfallen.

Hinweis: Somit kann man in diesem Fall sogar von 110% Abgaben sprechen, während die Riester Rente nur zu 100% versteuert wird, obwohl sich beide Produkte in derselben steuerlichen Schicht befinden!

 

Die private Riester Rente:
Die spätere Rentenleistung aus dieser Versicherung immer sofort ab Rentenbeginn zu 100% versteuert. Hier gibt es keine Möglichkeit, wie z.B. bei der Basisrente, durch einen frühzeitigen Renteneintritt weniger Steuern zu bezahlen wie in der 1. Schicht. Dafür bekommt man aber währende des Erwerbslebens Zulagen, welche direkt in den Vertrag von einer Zulagenstelle eingezahlt werden. In manchen Fällen erhält man sogar zusätzlich eine Steuererstattung über die Lohnsteuererklärung zurück, wenn man nicht die volle staatliche Förerung erhalten hat. Diese Steuerrückzahlung wird ihnen dann auf Ihr Konto überwiesen, welche für weitere Altersvorsorge genutzt werden sollte!

Die betriebliche Riester-Rente:

Ja so was gibt es mittlerweile tatsächlich!
Riestern kann man tatsächlich auch mit allen oben genannten Vorteilen der bAV. Aber dazu kommen dann auch noch die Förderungen und hierbei müssen seit 2018 keine Beiträge zur Krankenkasse mehr bezahlt werden.

 

Die letzte und dritte Schicht – kapitalgedeckte private Vorsorge:

Unter bestimmten Voraussetzungen, ich möchte hier nicht weiter darauf eingehen, da dies ein anderes Thema ist, werden Rentenzahlungen aus der sogenannten privaten Rentenversicherung heutzutage nur zu 18% versteuert. Rentenversicherungen die vor 2005 abgeschlossen wurden, sind und bleiben komplett steuerfrei im Alter. Dafür erhalten Sie hier aber keinerlei Förderungen oder Zuschüsse vom Staat, weshalb Sie aber erheblich weniger Steuern im Alter dafür bezalen müssen.

 


Wie Sie nun also gelesen haben, werden alle Rentenarten unterschiedlich gefördert und im Alter besteuert. Immer in Abhängigkeit davon, wann ab wann man die Altersrente bezieht und wann diese Produkte abgeschlossen wurden.

Somit stellt sich die Frage, welche Beiträge zur geplanten Vorsorge in welches Produkt einzahlt werden sollte? Viele Vertreter und Banker umwerben Sie immer mit tollen Förderungen und Steuergeschenken. Aber wie sieht das Ganze im Alter aus? Das Steuergesetz unterscheidet da kaum. Hier werden die zu versteuernde Anteile aller Renten aus den 3 Schichten in einen Topf geworfen und dann mit ihrem persönlichen Steuersatz berechnet. Wenn Ihnen nun also ein Produkt verkauft wurde, welches voll zu versteuern ist, haben sie vielleicht höhere Steuerabgaben im Alter, als wenn sie nur einen Teil der geplanten Beiträge in ein gefördertes Produkt mit hohen Steuern einzahlen und ein anderer Teil in ein Produkt mit geringerer Versteuerung im Alter einzahlen.

Vielleicht planen Sie auch gar nicht bis 67 zu arbeiten, sondern möchten schon mit 63 die Altersrente beziehen. Wäre dann nicht ein Produkt aus der ersten Schicht ratsamer, weil Sie hier durch den früheren Renteneintritt die Möglichkeit auf eine niedrigere Versteuerung hätten?  Und wenn sie später mehr Steuern zu zahlen, als sie Förderungen vom Staat erhalten haben, war diese Produktauswahl rein rechnerisch betrachtet eventuell doch die falsche Wahl.

Wussten Sie denn, dass nur geförderte Produkte Hartz4 sicher sind?

Ja auch dieser Punkt muss in die Planung ihres Ruhestandes bei der Wahl zum vermeidlich ‚richtigeren‘ Rentenprodukt angesprochen und beachtet werden. Sparen Sie also mit einer privaten Rentenversicherung nur um Steuern im Alter zu vermeiden oder weil ein Berater genau aus diesem Grund dazu geraten hat, kann dies im späteren Erwerbsleben den Verlust der zusätzlichen vorsorge und trotzdem Altersarmut bedeuten.

Beantworten kann man dies nur durch komplizierte Berechnungen und Vergleiche der Schichten. Diese Berechnungen nennt man einen Schichtenvergleich. Hierbei werden die drei Rentenschichten mit den unterschiedlichen Versteuerungen verglichen und ihren Wünschen und Zielen, die Sie an Ihre Rente stellen wie z.B. Flexibilität oder Hartz4 Sicherheit, angepasst. Dies stellt aber nur einen roten Faden zur zusätzlichen Altersvorsorge dar, da sich Lebensumstände auch schnell wieder ändern können. Deshalb ist es wichtig, regelmäßig ca. alle 5 Jahre seine bisher eingeschlagenen Weg zu kontrollieren, ob dieser nicht der richtige ist.

Für eine kurze einfache Zusammenfassung, worauf es bei der richtigen Auswahl für eine passende Altersvorsorge ankommt und warum ein Schichtenvergleich zwischen den einzelnen Rentenschichten zuvor durchgeführt werden muss, habe ich für Sie sehr anschaulich die in eine kurzen 3 Min. Video zusammengefasst.


Welchers programm kann so was alles vergleichen?